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3 Fehler beim Atmen

3 Atemfehler – aus Sicht der angewandten Neurologie

und warum sie deine Leistungsfähigkeit bremsen

Wir atmen rund 20.000 Mal pro Tag – meistens unbewusst.
Doch obwohl Atmung automatisch abläuft, ist sie kein neutraler Prozess. Sie ist ein direkter Kommunikationskanal zwischen Körper und Nervensystem.

Aus neurophysiologischer Sicht ist Atmung kein „Hintergrundgeräusch“, sondern ein Steuerinstrument für:

  • Aufmerksamkeit

  • Stressregulation

  • Bewegungsqualität

  • Energielevel

Kleine Atemfehler können deshalb große Auswirkungen haben.

Hier sind drei der häufigsten – und wie du sie systematisch korrigierst.


1️⃣ Mundatmung statt Nasenatmung

Viele Menschen atmen unbewusst durch den Mund – vor allem unter Stress, beim Sport oder im Schlaf.

Kurzfristig scheint das harmlos. Neurologisch betrachtet ist es aber ein Signal mit Folgen.

Was im Nervensystem passiert

Die Nase ist kein reiner Luftkanal.
Sie ist ein sensorisches Organ.

Nasenatmung:

  • aktiviert den Trigeminusnerv

  • beeinflusst das autonome Nervensystem

  • verbessert die Luftaufbereitung

  • unterstützt Gefäßregulation

Mundatmung reduziert diesen sensorischen Input.
Das Nervensystem bekommt weniger Rückmeldung aus dem Gesicht – ein Bereich, der stark mit Sicherheitswahrnehmung verknüpft ist.

Das Ergebnis kann eine erhöhte Grundspannung sein.

Besser so

  • in Ruhe bewusst nasal atmen

  • beim Training Nasenatmung so lange wie möglich halten

  • vor dem Schlafen einige Minuten nasal atmen

Es geht nicht um Perfektion, sondern um Gewohnheit.


Struktur statt Einzelübungen

Viele wissen, dass Nasenatmung wichtig ist – aber nicht, wie sie Atemtraining sinnvoll aufbauen.

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2️⃣ Flache Brustatmung statt Zwerchfellatmung

Atmung Testung

Stressatmung ist hoch, flach und schnell.
Sie bewegt kaum den Bauchraum und reduziert die Aktivität des Zwerchfells.

Neurologisch ist das relevant, weil das Zwerchfell eng mit der Regulation des autonomen Nervensystems verbunden ist.

Was im Nervensystem passiert

Eine eingeschränkte Zwerchfellbewegung:

  • verändert Druckverhältnisse im Körper

  • beeinflusst vagale Aktivität

  • reduziert Atemeffizienz

  • erhöht die Stressanfälligkeit

Das Gehirn interpretiert flache Atmung eher als „Bereitschaft“ statt als „Sicherheit“.

Besser so

  • eine Hand auf Bauch, eine auf Brust

  • Ziel: Bauch bewegt sich zuerst

  • 2–3 Minuten täglich bewusst üben

  • nicht erzwingen, sondern beobachten

Zwerchfellatmung ist Training für Regulation, nicht Krafttraining.


3️⃣ Fehlende Atemvariabilität

Viele Menschen atmen jeden Tag im gleichen Muster.
Gleicher Rhythmus, gleiche Tiefe, gleiche Spannung.

Das Nervensystem reagiert auf Monotonie mit geringerer Anpassungsfähigkeit.

Was im Nervensystem passiert

Atemmuster sind mit Hirnstammstrukturen verbunden, die Aufmerksamkeit und vegetative Regulation steuern.

Fehlende Variabilität bedeutet:

  • weniger sensorischer Input

  • weniger neuronale Anpassung

  • geringere Flexibilität unter Belastung

Besser so

  • Atemtempo bewusst variieren

  • langsame und schnelle Atemphasen einbauen

  • Box Breathing oder CO₂-Toleranzübungen nutzen

  • Atemrhythmus als Trainingsvariable betrachten

Variabilität ist ein Zeichen eines lernfähigen Nervensystems.


Fazit: Atmung ist neurologisches Training

Atmung ist kein Nebenthema.
Sie ist tägliches Nervensystem-Training.

Die größten Fehler:

  • Mundatmung

  • flache Brustatmung

  • fehlende Variabilität

lassen sich durch bewusstes Training korrigieren.

Nicht durch Anstrengung – sondern durch Struktur.


Dein nächster Schritt

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